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Die Sanierung von Mandanten-Unternehmen: Krisen bewältigen, Mandanten halten

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Anfang 2017 hat der Bundesgerichtshof (BGH) die Haftungsrisiken für Steuerberater insolvenzbedrohter Unternehmen massiv verschärft (BGH-Urteil vom 26.01.2017 – IX ZR 285/14, Beck RS 2017, 101939). In einer Unternehmenskrise hat der Steuerberater eine Schlüsselrolle: Meist ist er derjenige, der Krisenanzeichen zuerst erkennt bevor das Unternehmen sie überhaupt erahnt. Schließlich kennt der Steuerberater die Finanzsituation des Unternehmens oft besser als das Unternehmen selbst. Bringt er seine Kenntnisse und Erfahrungen konstruktiv in den Sanierungsprozess ein, wird er zu einem wichtigen Mitglied im Krisen-Team. Genau bei dieser Aufgabe unterstützt dieser Leitfaden Steuerberater. In der eBroschüre erörtern renommierte Experten die wichtigsten Aufgaben und Aspekte einer Unternehmenssanierung und erklären konkret, wie der Steuerberater den Prozess aktiv mitgestaltet.

Sanierungsoptionen als erster Schritt für den erfolgreichen Turnaround wird er seinen Fokus auf Risikominimierung legen, um sich rechtlich abzusichern. Dazu zählt einerseits die frühzeitige und hinreichend dokumentierte Information des Mandanten über die Krisensituation (siehe hierzu auch den Beitrag von Himar Speck ab Seite 11). Andererseits wird der Steuerberater die Absicherung seiner Honorare verfolgen. Der sicherste Weg, dies zu erreichen, ist das sogenannte Bargeschäft. Die Idee hinter dem Bargeschäft ist eine Zug-um-Zug-Abrechnung, die insolvenzrechtlich nicht angefochten werden kann – vorausgesetzt, sie wurde rechtlich „wasserdicht“ gestaltet. Der Steuerberater stellt dabei seinem Mandanten jede geleistete Tätigkeit unmittelbar nach deren Erbringung in Rechnung. Zwischen der Leistung und der Bezahlung der Leistung sollte ein Zeitraum von weniger als 30 Tagen liegen. In diesem Fall sind die Honorarzahlungen sicher und nicht mehr anfechtbar. Die Idee dahinter: Der Gesetzgeber möchte, dass der Schuldner weiter am Wirtschaftsleben teilhaben kann und privilegiert daher den unmittelbaren Leistungsaustausch: Ware bzw. Dienstleistung gegen Geld. Dadurch soll die Bezahlung von Altverbindlichkeiten zum Nachteil der übrigen Gläubiger verhindert werden. Fazit Wir haben gesehen, dass der Steuerberater erheblich davon profitieren kann, wenn er sich als ein unverzichtbarer Teil des Krisen-Teams etabliert. Dies erfordert von den Steuerberatern jedoch einen nicht unerheblichen Wandel der Einstellung gegenüber Sanierungsberatern, Restrukturierern und Insolvenzverwaltern. Das ursprüngliche „Feindbild“ muss dem Bild eines vertrauensvollen Partners weichen. Gelingt dies, tritt für beide Seiten eine Win-Win-Situation ein. Der Sanierer oder der Insolvenzverwalter profitieren von der Expertise des Steuerberaters. Der Berater bleibt im Mandat und erwirtschaftet sogar zusätzliche Honorare. Der Steuerberater muss hierfür aber auch die Voraussetzungen schaffen. Im Klartext: Er muss sich entsprechend fortbilden und die Grundlagenkenntnisse erwerben, die in Krisen- und Insolvenzfragen erforderlich sind. Nur so kann er mit den Beteiligten auf Augenhöhe agieren. Ohne geht es nicht: Sanierungsoptionen als erster Schritt für den erfolgreichen Turnaround von Burkhard Jung Unternehmerisches Handeln bedeutet, die Zukunft planvoll zu gestalten. Das heißt, dass ein Unternehmen wissen muss, welche Optionen ihm offen stehen, um die gesetzten Ziele zu erreichen. Doch so einfach das klingt, so schwer ist es vor allem für mittelständische Unternehmen, die zur Verfügung stehenden Optionen zu erkennen. Das gilt erst recht, wenn eine Krise eintritt. Es fehlt an Ressourcen, an der nötigen Ruhe und am nötigen Abstand. Aber: Ohne Kenntnis der Sanierungsoptionen ist ein planvoller Turnaround nicht möglich. Unternehmen benötigen in jeder Phase Handlungsoptionen, mit denen sich die kurz-, mittel- und langfristigen Unternehmensziele erreichen lassen. Man muss genau wissen, welche Optionen offenstehen und mit welchen Kosten und Risiken die einzelnen Wege verbunden sind. Hier hat der Steuerberater mit seiner detaillierten Kenntnis der wirtschaftlichen Lage des Unternehmens eine Schlüsselstellung inne. Gerade in der Krise verengt sich das Blickfeld des Unternehmers: Häufig ist sein Handeln einzig und allein auf ein „weiter so, dann wird es im nächsten Jahr schon besser“ ausgerichtet. Er denkt nur noch von Monat zu Monat, im weiter vorangeschrittenen Stadium der Krise oft nur noch von Woche zu Woche oder Tag zu Tag. Gleichzeitig wächst der Druck auf ihn. Nicht nur die Gläubiger fordern immer hartnäckiger ihr Geld ein, auch die Mitarbeiter beginnen, Fragen zu stellen – nicht zu vergessen das soziale Umfeld: Es reagiert noch viel zu häufig negativ auf das vermeintliche Scheitern eines Unternehmers. Möller (Hrsg.) | Sanierung von Mandanten-Unternehmen für Steuerberater | NWB Verlag 8

Sanierungsoptionen als erster Schritt für den erfolgreichen Turnaround Am Ende befinden sich Unternehmen und Unternehmer in einer Sackgasse. Es geht nicht mehr weiter, weder nach links, noch nach rechts, noch geradeaus. Und ein wesentliches Symptom der unternehmerischen Krise stellt sich ein: Das vermeintliche Fehlen jeglicher Handlungsoptionen. Doch woran genau liegt das? Was passiert oder passiert gerade nicht in diesen Monaten der sich zuspitzenden Krise? Und was kann ein Steuerberater – im Idealfall Hand in Hand mit einem Sanierungsberater – dagegen tun? Eine Krise verläuft in vielen Fällen sehr ähnlich und mit zunehmender Dynamik. Gründe dafür sind: 1. Gerade bei familiengeführten mittelständischen Unternehmen liegt eine hohe emotionale Bindung des Unternehmers an sein Unternehmen vor, die dazu führt, dass das Unternehmen und seine wirtschaftliche Lage nicht immer mit dem erforderlichen Abstand und „kühlem Kopf“ betrachtet werden. Fehlentwicklungen bleiben lange unbemerkt. 2. Wenn die Fehlentwicklungen bemerkt werden, ist konsequentes, allein an der erforderlichen Sanierung des Unternehmens ausgerichtetes Handeln gefragt. Das erfordert oft auch zunächst destruktive Maßnahmen, die im Unternehmen, aber auch nach außen nicht unbemerkt bleiben. Der Unternehmer muss die Krise seines Unternehmens „zugeben“, etwas, das uns allen schwerfällt. 3. Spitzt sich die Lage weiter zu, ist ein Unternehmer in der Krise ausschließlich damit beschäftigt, akute Probleme zu lösen. Unmittelbare Folge: Dringendem wird gegenüber Wichtigem der Vorrang gegeben. Für längerfristige Planungen, die gerade in solchen Situationen unbedingt notwendig sind, fehlen dem Unternehmer und dem übrigen Management die notwendige Ruhe und zeitlichen Ressourcen. 4. Und selbst wenn all das im konkreten Fall gelöst sein sollte, wenn der Unternehmer also die Krise rechtzeitig erkannt hat, sich traut, damit offen umzugehen und die zeitlichen Ressourcen bereitstellen kann, so ist es vermutlich noch immer seine erste Krise. Er befindet sich auf unbekanntem Terrain und weiß nicht, welche seiner Ideen funktionieren und welche nicht. Er hat kein „Gespür“ für die Situation. Auch hier ist der Steuerberater einer der wichtigsten Ratgeber. Die Folge ist der oben beschriebene Mangel an Optionen, der jedoch in aller Regel nur subjektiv empfunden ist. Denn: Auch in der Krise kann der Unternehmer sich fast immer noch zwischen mehreren Optionen entscheiden. Entscheidet er sich für die Sanierung, so können mögliche Optionen sein: 1. Konsequente Sanierung des Unternehmens „aus sich heraus“: eine Option, die für die meisten Unternehmer auf der Hand liegt, weil sie doch ihrem Wunsch am nächsten kommt, weiterhin das Geschehen bestimmen zu können. Wichtig ist, dass in dieser Variante sauber untersucht wird, ob und wenn ja, wie viel Liquidität für den Sanierungsprozess benötigt wird und ob der Unternehmer nach wie vor das Vertrauen der wesentlichen Stakeholder, insbesondere der Finanzierer, genießt – beides sind unabdingbare Voraussetzungen. 2. (Teil-)Verkauf des Unternehmens: eine Option, die auf unterschiedlichen Überlegungen basieren kann: Zum einen kann es sein, dass durch die Hinzunahme eines Investors die Finanzierung des Unternehmens – ggf. auch bei Teilverzicht der bisherigen Finanzierer – stabilisiert werden soll. Zum anderen kann es aber auch sein, dass durch einen strategischen Investor Know-how oder Marktzugänge eingebracht werden sollen, die dem Unternehmen helfen, sich besser aufzustellen. Unternehmer reagieren häufig sehr zurückhaltend auf diese Option, befürchten sie doch, dass sie ihr Unternehmen verlieren. Hier ist das sehr offene Gespräch über die Chancen und Risiken der Option wichtig. Denn: Ist der Unternehmer selbst von diesem Weg nicht überzeugt, wird man auch keinen Investor finden. 3. Liquidation von Unternehmensteilen: eine Option, an die oft nicht gedacht wird. Doch ist dies gerade bei Unternehmen, deren Geschäftsmodell „aus der Zeit“ geraten ist, eine durchaus naheliegende Variante. Sanierung um jeden Preis macht keinen Sinn, gerade wenn für die Sanierung weitere finanzielle Beiträge des Unternehmers notwendig sind. Ist es dann nicht manchmal besser, das Geld in eine planmäßige, lenkbare Schließung zu investieren und damit das Risiko des vollständigen Scheiterns auszuschließen? Möller (Hrsg.) | Sanierung von Mandanten-Unternehmen für Steuerberater | NWB Verlag 9

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