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Die Wahl der richtigen Krankenversicherung für Steuerberater

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Bei der Wahl der Krankenversicherung müssen sich Steuerberater mit einer Fülle an Fragen auseinandersetzen: Worauf sollten Angestellte, worauf Selbstständige achten? Wann macht die private Krankenversicherung Sinn? Wann sollte man lieber auf gesetzliche Anbieter zurückgreifen? Diese Fragen beantwortet Bettina Schmidt in der eBroschüre „Die Wahl der richtigen Krankenversicherung für Steuerberater“.

Beiträge und Leistungen

Beiträge und Leistungen werden können. Wer seine private Krankenversicherung über einen definierten Zeitraum nicht in Anspruch nimmt, erhält Beitragsrückerstattungen. Durch die seit dem 01.01.2000 gesetzlich vorgeschriebenen Alterungsrückstellungen wird das Risiko einer starken Beitragsentwicklung im Alter begrenzt. Im Alter ist auch die Möglichkeit des Wechsels in den Standardtarif für ältere Versicherte gesetzlich vorgesehen. Unter den Voraussetzungen des § 10 Abs. 1 SGB V sind in der gesetzlichen freiwilligen Krankenversicherung auch • der Ehegatte, 9 • der gleichgeschlechtliche Partner einer eingetragenen Lebenspartnerschaft eines versicherten Mitglieds und • die Kinder von Mitgliedern sowie die Kinder von familienversicherten Kindern 10 über die sog. Familienversicherung beitragsfrei mitversichert. Die Angehörigen haben als Versicherte Leistungsansprüche nach Gesetz und Satzung, allerdings keinen Anspruch auf Krankengeld (§ 44 Abs. 1 S. 2 SGB V). In der privaten Krankenversicherung gibt es dagegen keine beitragsfreie Familienversicherung für die nicht berufstätigen Ehegatten und die Kinder, daher ist jedes Familienmitglied einzeln zu einem eigenen Beitrag privat zu versichern. Dabei gibt es für Kinder und Jugendliche auch in der privaten Krankenversicherung vergünstigte Tarife. Bei der Wahl der richtigen Krankenversicherung sollte ein Vergleich zwischen den Beiträgen in der privaten und der freiwilligen gesetzlichen Krankenversicherung über die gesamte Lebensphase vorgenommen werden. 11 Der Leistungsumfang in der gesetzlichen Krankenversicherung ist gesetzlich geregelt, wobei gesetzliche Krankenkassen auch Wahltarife und zusätzliche, über den gesetzlichen Leistungsumfang hinausgehende Leistungen anbieten. Nicht verschreibungspflichtige Medikamente, Brillen und Sehhilfen werden allerdings grundsätzlich nicht erstattet, wobei für Kinder und Jugendliche Ausnahmen bestehen. Für Arznei-, Heil- und Hilfsmittel sowie im Krankenhaus und bei Vorsorge- und Rehamaßnahmen sind gesetzliche Zuzahlungen der Versicherten vorgesehen. Beim Zahnersatz werden durch die gesetzliche Krankenversicherung nur Festzuschüsse zur medizinisch notwendigen Versorgung gezahlt. Darüber hinaus können auch freiwillig in der gesetzlichen Krankenversicherung versicherte Steuerberater den behandelnden Arzt nicht frei wählen, sondern nur von Kassenärzten behandelt werden. Der Leistungsumfang der gesetzlichen Krankenkassen umfasst auch nicht die Behandlung durch Heilpraktiker. Der Leistungsumfang in der privaten Krankenversicherung ist abhängig vom gewählten Tarif, umfasst aber im Rahmen der Krankheitskostenvollversicherung im Unterschied zur gesetzlichen Krankenversicherung die Kostenerstattung aller ärztlich verordneten, auch nicht verschreibungspflichtigen Arzneimittel aus der Apotheke sowie von Heil- und Hilfsmitteln, u.a. auch von Brillen und sonstigen Sehhilfen. Auch beim Zahn ersatz erstatten die privaten Krankenversicherungen tarifabhängig in der Regel deutlich mehr Leistungen als in der gesetzlichen Krankenversicherung. Im Rahmen der privaten Krankenversicherung besteht eine deutlich größere individuelle Gestaltungsmöglichkeit des Leistungsumfangs, der an die besonderen Bedürfnisse des Steuerberaters angepasst werden kann. Privat krankenversicherte Steuerberater haben die freie Arztwahl und je nach Tarif kann auch die Behandlung durch Heilpraktiker mitversichert werden. Wichtige Unterschiede bestehen zwischen der gesetzlichen und privaten Krankenversicherung beim Krankengeld bzw. beim Krankentagegeld, insbesondere für selbständige Steuerberater. 9 Eine eheähnliche Gemeinschaft reicht dagegen nicht aus für die Begründung einer Familienversicherung. 10 Einschließlich der nach § 10 Abs. 4 SGB V gleichgestellten Kinder, nicht ehelichen und Adoptivkinder; auch für Stiefkinder und Enkel, die das versicherte Mitglied überwiegend unterhält, sowie für mit dem Mitglied in häuslicher Gemeinschaft lebende Pflegekinder kommt eine Familienversicherung nach § 10 Abs. 4 SGB V in Betracht. Stiefkinder i.S.v. § 10 Abs. 4 SGB V sind nach S. 3 der Regelung auch Kinder des Lebenspartners eines Mitglieds bei Vorliegen einer eingetragenen Lebenspartnerschaft. 11 Vgl. dazu am Ende dieser eBroschüre den „Lebensphasenbezogenen Beitragsvergleich“ und das Diagramm „Lebensphasenmodell“. Schmidt | Die Wahl der richtigen Krankenversicherung für Steuerberater | NWB Verlag 8

Beiträge und Leistungen Angestellte Steuerberater haben gegenüber ihrem Arbeitgeber im Krankheitsfall Anspruch auf Entgeltfortzahlung für die ersten 42 Tage (6 Wochen) ihrer Arbeitsunfähigkeit (§ 3 EFZG). Ab dem ersten Tag der Arbeitsunfähigkeit besteht für sie ein Anspruch auf Krankengeld, sofern sie freiwillig gesetzlich versichert sind (§ 44 Abs. 1 i.V.m. § 46 Abs. 1 SGB V). Soweit und solange der Versicherte aber Arbeitsentgelt als Entgeltfortzahlung erhält, ruht der Anspruch auf Krankengeld (§ 49 Abs. 1 Nr. 1 SGB V). Zu beachten ist, dass die Krankengeldzahlung in der gesetzlichen Krankenversicherung wegen derselben Krankheit auf 78 Wochen begrenzt ist und auch hinzutretende weitere Erkrankungen diesen Zeitraum nicht verlängern (§ 48 Abs. 1 SGB V), so dass bei einer längeren Erkrankung nach der maximalen Entgeltfortzahlung von 6 Wochen nur für einen weiteren Zeitraum von 72 Wochen Krankengeld von der gesetzlichen Krankenkasse gezahlt wird. Ist der Versicherte wegen Erreichens der 78-Wochen-Grenze gemäß § 48 Abs. 1 SGB V „ausgesteuert“, kann er nach Ablauf der Blockfrist (Drei-Jahres-Zeitraum) nur dann erneut Krankengeld in Anspruch nehmen, wenn er in der Zwischenzeit für die Dauer von mindestens sechs Monaten wegen dieser Erkrankung nicht arbeitsunfähig und entweder erwerbstätig war oder der Arbeitsvermittlung zur Verfügung stand (§ 48 Abs. 2 SGB V). In der privaten Krankenversicherung besteht ein Anspruch auf Krankentagegeld unbegrenzt bis zum Eintritt von Berufsunfähigkeit, wobei im Rahmen von Kooperationen zwischen Kranken- und Lebensversicherungen ein nahtloser Übergang vom Krankentagegeld zur Berufsunfähigkeitsrente durch gemeinsame Leistungsprüfung versichert werden kann. Praxistipp: Diese Möglichkeit der Abstimmung zwischen dem Ende der Krankentagegeldzahlung bei Berufsunfähigkeit in der privaten Krankentagegeldversicherung und dem Leistungsbeginn der Berufsunfähigkeitsrente einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung ist für selbständig tätige Steuerberater besonders wichtig. Auch bei längerer Arbeitsunfähigkeit steht eine „Arbeitsunfähigkeit“ dem Begriff der „Berufsunfähigkeit“ in der privaten Berufsunfähigkeitsversicherung bzw. nach den Satzungen der Versorgungswerke nicht gleich und es kann dann zu Versorgungslücken und finanziellen Engpässen kommen, zumal die beruflich bedingten Kosten (Miete, Büroräume, Personalkosten etc.), die sonstigen Lebenshaltungskosten und die Kosten der Vorsorge (Berufsunfähigkeits-, Renten-, Haftpflichtversicherungen und Versorgungswerk) weiterlaufen. Die Höhe des Krankengelds in der gesetzlichen Krankenversicherung beträgt 70 Prozent des zuletzt vor Beginn der Arbeitsunfähigkeit erzielten beitragspflichtigen Arbeitsentgelts bzw. Arbeitseinkommens (§ 47 Abs. 1 S. 1 SGB V). Bei gut verdienenden Steuerberatern mit einem Verdienst über der Beitragsbemessungsgrenze beträgt somit das maximale Krankengeld pro Tag 98,88 Euro (2016) bzw. 101,50 Euro (2017). 12 Praxistipp: Da das Krankengeld in der gesetzlichen Krankenversicherung durch die Beitragsbemessungsgrenze limitiert ist, sollte der Steuerberater bei der Wahl der Absicherung im Krankheitsfall genau prüfen, inwieweit diese Höhe des gesetzlichen Krankengelds zur Absicherung des finanziellen Ausfalls bei Krankheit, insbesondere wenn diese länger bestehen sollte, ausreichend ist. Über eine zusätzliche private Krankentagegeldversicherung können freiwillig gesetzlich versicherte Steuerberater, auch wenn sie angestellt sind, einen darüber hinausgehenden finanziellen Bedarf absichern. Hier können auch angestellte Steuerberater von speziellen Gruppenversicherungsverträgen für Steuerberater profitieren. In der privaten Krankenversicherung kann die Höhe des Krankentagegelds vom Steuerberater gewählt und somit seinem individuellen Bedarf angepasst werden. Allerdings darf die zu bestimmende Höhe des Krankentagegelds zusammen mit sonstigen Kranken- und Krankentagegeldern das auf den Kalendertag umgerechnete Nettoeinkommen in den letzten zwölf Monaten vor Antragstellung bzw. vor Eintritt der Arbeitsunfähigkeit nicht übersteigen. 12 Dies sind 70 % der Beitragsbemessungsgrenze von 4.237,50 Euro (2016) und 4.350 Euro (2017) geteilt durch 30 Tage. Schmidt | Die Wahl der richtigen Krankenversicherung für Steuerberater | NWB Verlag 9

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