Aufrufe
vor 2 Jahren

eBroschüre Wie Rechtsanwaltskanzleien Honorare sichern und liquide bleiben

  • Text
  • Liquide
  • Verrechnungsstellen
  • Fachinformationen
  • Anwaltverlag
  • Factoring
  • Factor
  • Debitoren
  • Kanzlei
  • Forderungen
  • Forderung
  • Rechtsanwaltskanzleien
  • Honorare
  • Gilgan
  • Sichern
Kaum ein Rechtsanwalt ist nicht von teilweisen oder totalen Forderungsausfällen betroffen. Mehrmonatige Außenstände sind keine Seltenheit. Häufig kämpfen dann die Rechtsanwaltskanzleien selbst mit Liquiditätsproblemen. Damit dies nicht so weit kommt, sollten Rechtsanwälte frühzeitig ein effektives Forderungsmanagement entwickeln. Eine Möglichkeit, die seit 2008 auch Rechtsanwälten zugänglich ist, ist die Beauftragung einer Verrechnungsstelle. Viele Rechtsanwälte scheuen dieses Forderungsmanagement durch Factoring aufgrund von Vorurteilen und fehlenden Kenntnissen in der Praxis. Die kostenlose eBroschüre aus dem Deutschen Anwaltverlag durchleuchtet auf 20 Seiten knapp und verständlich alle Aspekte des Themas und zeigt auf, wie Factoring für Rechtsanwälte funktionieren kann. So erhalten Sie eine umfangreiche Informationsgrundlage zum Factoring für Rechtsanwälte. Aus dem Inhalt: - Gründe für Forderungsausfälle - Finanzierungsmöglichkeiten für Rechtsanwälte - Rechtliche Aspekte des Factorings - Funktionen des Factorings (Finanzierungs-, Dienstleistungs- und Versicherungsfunktion) - Arten des Factorings - Übersicht, Kosten und Voraussetzungen - Praktischer Ablauf - Vor- und Nachteile des Factorings - Erfahrungen aus der Praxis - Weiterführende Literatur

3. Funktionen des

3. Funktionen des Factoring 3.1 Finanzierungsfunktion Die Finanzierungs- oder Liquiditätsfunktion ist die zentrale Funktion des Factoring; sie ist Bestandteil aller Factoringarten mit Ausnahme des Fälligkeits-Factoring. Die Finanzierungsfunktion besteht darin, dass Unternehmen ihre Forderungen gegenüber ihren Debitoren, die häufig erst in 30 oder 60 Tagen fällig sind, vorzeitig in Liquidität umwandeln können. Von dem vollen Gegenwert der Forderung kann der Factor einen gewissen Prozentsatz (als Gebühr, zur Finanzierung des Delkredererisikos, für die mögliche Inanspruchnahme von Boni und Skonti durch Schuldner und für die Übernahme weiterer Dienstleistungen etc.) abziehen Im Jahr 2009 betrugen die durchschnittlichen Forderungslaufzeiten im deutschen Mittelstand bei 73 % aller Geschäftsvorgänge bis zu 30 Tage, bei 15 % bis zu 60. 10 Erhält die Kanzlei, die Factoring als Finanzierungsinstrument einsetzt, die Forderungserlöse vom Factor unmittelbar nach Rechnungsstellung (zumeist innerhalb von 24 Stunden), so kann sie das Geld zwischenzeitlich wirtschaftlich sinnvoll einsetzen, um bspw. eigene Verbindlichkeiten zu decken und Skonti in Anspruch zu nehmen oder geringere Dispositionslinien zu beanspruchen. Es entfällt also der Zwischenfinanzierungsaufwand, der zu leisten wäre, müsste die Kanzlei das ihren Debitoren eingeräumte Zahlungsziel abwarten. Factoring ist daher als ein „umsatzkongruentes Finanzierungsinstrument“ zu qualifizieren, da es die schnellere Finanzierung von Umsatzwachstum ermöglicht. Factoring ist damit gerade für den Mittelstand ein geeignetes Mittel, aus dem eigenen Forderungsbestand kurzfristig Liquidität zu generieren, wenn wegen einer geringen Eigenkapitalausstattung nur über einen kontokorrentfinanzierten Liquiditätsspielraum verfügt werden kann, der in wirtschaftlich schwierigen Zeiten mit Umsatzeinbrüchen und langen Zahlungszielen schnell in Richtung Zahlungsunfähigkeit und damit in die Insolvenz führen kann. 3.2 Dienstleistungsfunktion/Entlastung Der Factor kann für die Kanzleien weitere Dienstleistungen übernehmen, wozu die Übernahme der Debitorenbuchhaltung, des Forderungseinzugs, des Mahn- und Inkassowesens und der gerichtlichen Durchsetzung gehören kann. Es handelt sich dann um das sogenannte Full-Service-Factoring, das der Anschlusskanzlei eine hohe administrative Entlastung gewährt, aber natürlich zusätzliche Kosten verursacht. Übernimmt der Factor das Forderungsmanagement, so wird dieser die Forderungen konsequenter einziehen als die Kanzlei, was sowohl das Rating der Kanzlei aus Sicht der Bank verbessert als auch weitere positive Liquiditätseffekte durch mögliche Kürzungen von Skontierungszeiträumen, bessere Überwachung der Zahlungsziele oder ein konsequenteres Mahnwesen bewirkt. 3.3 Versicherungsfunktion/Sicherheit Das echte Factoring (siehe unten Abschnitt B.4.1) schließlich bringt noch die Versicherungs- oder Delkrederefunktion mit sich, d.h., der Factor trägt das Zahlungsausfallrisiko im Fall der Uneinbringlichkeit der Forderung. Der Zedent kann nicht in Regress genommen werden, da er lediglich für die Verität, also für den rechtlichen Bestand der Forderung nach §§ 453 Abs. 1, 435 BGB haftet, nicht hingegen für die Bonität des Debitors. Diese Funktion des Factoring ist für den Rechtsanwalt von Bedeutung, da Forderungsausfälle stets gegenwärtig sind. Nach einer Studie der Creditreform 11 beklagen 30,6 % der Befragten Forderungsausfälle von bis zu 0,1 % des Jahresumsatzes, 38,3 % bis zu 1 % und 14,8 % der Befragten Ausfälle von über 1 % des Jahresumsatzes. Jedoch ist zu beachten, dass der Factor die Debitoren des Rechtsanwalts einer Bonitätsprüfung unterzieht und sich den tatsächlichen Ankauf der Forderung vertraglich vorbehalten kann (siehe Abschnitt B.11.7). 10 Creditreform, Wirtschaftslage und Finanzierung im Mittelstand, Herbst 2013, Seite 22. 11 Creditreform, Wirtschaftslage und Finanzierung im Mittelstand – Herbst 2013, S. 27, abrufbar unter http://www.creditreform.de/fileadmin/user_ upload/crefo/download_de/news_termine/wirtschaftsforschung/wirtschaftslage-mittelstand/analyse_MIT-herbst-2013.pdf. Gilgan | Wie Rechtsanwaltskanzleien Honorare sichern und liquide bleiben | Deutscher AnwaltVerlag 16

4. Arten des Factoring 4. Arten des Factoring Das Factoring lässt sich nach Art der Forderungsabtretung (siehe Abschnitte B.4.1–4.6) und nach Art des Leistungsumfangs (siehe Abschnitte B.4.7–4.9) unterscheiden. Nach der Legaldefinition des § 19 Abs. 5 KWG ist beim entgeltlichen Erwerb von Forderungen der Veräußerer als Kreditnehmer anzusehen, wenn er für die Erfüllung der Forderungen einzustehen hat oder sie zurückerwerben muss; das ist beim unechten Factoring der Fall. Beim echten Factoring gilt der Forderungsschuldner als Kreditnehmer. Es wird also zwischen echtem und unechtem Factoring unterschieden. 4.1 Echtes Factoring Beim echten Factoring wird die Forderung vom Rechtsanwalt an den Factor verkauft (schuldrechtliches Geschäft) und gem. § 398 BGB abgetreten (dingliches Geschäft); dieser tritt künftig an seine Stelle. Damit geht insbesondere auch das volle Ausfallrisiko der abgetretenen Forderungen auf den Factor über, sodass für den Rechtsanwalt kein Forderungsausfallrisiko (Delkredere) mehr besteht; die Kanzlei wird vom Risiko der Nichterfüllung ihres Gebührenanspruchs befreit. 12 Dadurch entfällt das typische Element eines Darlehensvertrags, nämlich der Rückzahlungsanspruch. Beispiel: Der Factor erwirbt Forderungen des Rechtsanwalts und zieht diese vom Debitoren ein. Der Factor leistet für die Abtretung der Forderungen an den Rechtsanwalt eine Zahlung, die sich an der Höhe der Forderung orientiert. Die im Zweifel notwendige außergerichtliche oder gerichtliche Geltendmachung der Forderung dem Debitoren des Rechtsanwalts gegenüber ist dann Sache des Factors. Achtung: Nach § 407 BGB kann der Debitor schuldbefreiend an den ursprünglichen Gläubiger leisten, wenn er keine Kenntnis von der Abtretung hatte. Der Factor trägt also das Weiterleitungsrisiko, wenn der Debitor in Unkenntnis der Abtretung mit schuldbefreiender Wirkung an die Kanzlei zahlt. 4.2 Unechtes Factoring Beim unechten Factoring verbleibt das Bonitätsrisiko bei der Kanzlei. Zwar übernimmt und bezahlt der Factor diese Forderung auch, jedoch greift er auf die Kanzlei zurück, wenn er die Forderung beim Debitor nicht beibringen kann. Damit ist die Bezahlung der Kanzlei durch den Factor als vorläufig bzw. „kreditweise Überlassung des Forderungsbetrages“ zu betrachten. 13 Da die Rückzahlungspflicht der Kanzlei keine Primärpflicht ist wie beim normalen Darlehen, sondern nur im Fall des Debitorenausfalls eintritt, handelt es sich insoweit um ein atypisches Darlehen nach § 488 BGB. Das Verfügungsgeschäft besteht beim unechten Factoring also nicht in der Abtretung der Forderung, sondern in einer Kreditgewährung durch den Factor. Damit verbleiben sowohl das Forderungsausfallrisiko (= Delkredererisiko) als auch die Veritätshaftung (siehe oben Abschnitt B.1.2) bei der Kanzlei. 14 Bei der Zahlung des Kaufpreises im Rahmen des unechten Factoring handelt es sich damit um eine bloße Vorfinanzierung der Gebührenansprüche, deren Abtretung nach § 364 Abs. 2 BGB nur erfüllungshalber für den Fall erfolgt, dass die Forderung tatsächlich eingezogen werden kann. Das unechte Factoring ist zwar gegenüber dem echten Factoring günstiger, da keine Delkredereprovision zu entrichten ist. Dafür läuft die Kanzlei aber Gefahr, im Fall der Nichtzahlung des Honorars den Debitoren selbst verklagen zu müssen. Die Chancen, die Klage zu 100 % zu gewinnen, sind relativ gering, da man sich im Prozess regelmäßig um die Angemessenheit der Gebühr streitet. Und dies mit der Folge, dass entweder ein Gutachten einzuholen ist, durch das die Verfahrenskosten deutlich steigen und im Ergebnis zulasten dessen gehen, der den Prozess (teilweise) verliert, oder zur Vermeidung dieses Risikos ein Vergleich eingegangen wird, der ebenfalls mit einer Honorareinbuße verbunden ist. Diese Konsequenz lässt sich nur durch das echte Factoring vermeiden. 12 EUGH, Urt. vom 26.06.2003 – Rs. C-305/01 – MGK-Kraftfahrzeuge-Factoring, ECLI:EU:C:2003:377. 13 Walter, Factoring als alternatives Finanzierungsinstrument für den Mittelstand, 1. Auflage 2010, S. 30. 14 Walter, Factoring als alternatives Finanzierungsinstrument für den Mittelstand, 1. Auflage 2010, S. 15. Gilgan | Wie Rechtsanwaltskanzleien Honorare sichern und liquide bleiben | Deutscher AnwaltVerlag 17

Online-Kiosk

Fachinfo-Magazin HSB - Ausgabe 3/18
eMagazin kanzleimarketing.de 03/2018
MkG-Fachinfomagazin Ausgabe 04/18
MkG-Fachinfomagazin Ausgabe 04/18
MkG Spezial Kanzleigründung leicht gemacht
Fachinfo-Magazin MkG - Ausgabe 03/2018
Fachinfo-Magazin MkG - Ausgabe 02/2018
MKG-Fachinfo-Magazin Ausgabe 1/18
InfoBrief MkG 06/2017
Wegweiser zur Fachanwaltschaft
Infobrief MkG Ausgabe 05/2017
Infobrief-MkG 04/2017
MkG-Infobrief Ausgabe 3/2017
MkG-Sonderausgabe: Die Wahl der ersten Anwaltssoftware
Infobrief MkG Ausgabe 02/2017
Infobrief MkG Ausgabe 2017/01
Infobrief MkG, Ausgabe 2016/06
Infobrief MkG 5/2016
Infobrief MkG 03/2015
Infobrief MkG 04/2016
Infobrief MkG Ausgabe 01/2016
Infobrief MkG Ausgabe 02/2016
Infobrief MkG Ausgabe 03/2016
eMagazin kanzleimarketing.de 03/2018
eMagazin kanzleimarketing.de: Sonderausgabe "Erfolgsrezept Mandantenbindung"
eMagazin kanzleimarketing.de 02/2018
eMagazin kanzleimarketing.de 01/2018
Magazin kanzleimarketing.de 04/2017
kanzleimarketing.de Ausgabe 03/2017
eMagazin kanzleimarketing.de "Legal Tech als Chance"
eMagazin kanzleimarketing.de 2/2017
eMagazin kanzleimarketing.de
Fachinfo-Magazin HSB - Ausgabe 3/18
Fachinfo-Magazin HSB - Ausgabe 2/18
Fachinfo-Magazin HSB - Ausgabe 1/18
Infobrief Hohe Schmerzensgeldbeträge 03/2017
Infobrief Hohe Schmerzensgeldbetraege Ausgabe 2/2017
Infobrief Hohe Schmerzensgeldbeträge 1/2017
Infobrief Hohe Schmerzensgeldbeträge 3/2016
Infobrief Hohe Schmerzensgeldbeträge 01/2015
Infobrief Hohe Schmerzensgeldbeträge 01/2016
Infobrief Hohe Schmerzensgeldbeträge 02/2016

Sammlung

Reisekostentabelle für auswärtige Anwälte 2018, 4. Auflage
DSGVO: Sofortmaßnahmen für Anwaltskanzleien
DSGVO: Die zehn wichtigsten To-dos für Steuerkanzleien
Reisekostentabelle für auswärtige Anwälte 2018
30 Tage – 30 Mandatsanfragen
Suchmaschinenoptimierung für Rechtsanwälte: Wie "Anwalts-SEO" funktioniert und was Suchdienste dazu beitragen.
Die Sanierung von Mandanten-Unternehmen: Krisen bewältigen, Mandanten halten
Die Wahl der passenden juristischen Datenbank
Die Wahl der richtigen Krankenversicherung für Steuerberater
Reisekostentabelle für auswärtige Anwälte 2017
Der Beruf des Steuerberaters
Cyberkriminalität und Cyberschutz für Rechtsanwälte und Mandanten
Kanzleimarketing kompakt
Wie Steuerberatungskanzleien Honorare sichern und liquide bleiben
eBroschüre Wie Rechtsanwaltskanzleien Honorare sichern und liquide bleiben
Die Wahl der richtigen Krankenversicherung für Rechtsanwälte
Anwaltssuche im Internet
Reisekostentabelle für auswärtige Anwälte 2016
Daten- und Aktenvernichtung in der Anwaltskanzlei
Daten- und Aktenvernichtung in der Steuerberatungskanzlei
Reisekostentabelle für auswärtige Anwälte 2016
Daten- und Aktenvernichtung in Krankenhäusern und Arztpraxen
Datenschutz in der Zahnarztpraxis
Anwaltssuche und Rechtsberatung im Internet

Freie Fachinformationen GmbH
Leyboldstraße 12 / 50354 Hürth
Tel.: 02233 80575-14
E-Mail: info@ffi-verlag.de
Deutschland


© 2016 by Freie Fachinformationen GmbH