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eBroschüre Wie Rechtsanwaltskanzleien Honorare sichern und liquide bleiben

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Kaum ein Rechtsanwalt ist nicht von teilweisen oder totalen Forderungsausfällen betroffen. Mehrmonatige Außenstände sind keine Seltenheit. Häufig kämpfen dann die Rechtsanwaltskanzleien selbst mit Liquiditätsproblemen. Damit dies nicht so weit kommt, sollten Rechtsanwälte frühzeitig ein effektives Forderungsmanagement entwickeln. Eine Möglichkeit, die seit 2008 auch Rechtsanwälten zugänglich ist, ist die Beauftragung einer Verrechnungsstelle. Viele Rechtsanwälte scheuen dieses Forderungsmanagement durch Factoring aufgrund von Vorurteilen und fehlenden Kenntnissen in der Praxis. Die kostenlose eBroschüre aus dem Deutschen Anwaltverlag durchleuchtet auf 20 Seiten knapp und verständlich alle Aspekte des Themas und zeigt auf, wie Factoring für Rechtsanwälte funktionieren kann. So erhalten Sie eine umfangreiche Informationsgrundlage zum Factoring für Rechtsanwälte. Aus dem Inhalt: - Gründe für Forderungsausfälle - Finanzierungsmöglichkeiten für Rechtsanwälte - Rechtliche Aspekte des Factorings - Funktionen des Factorings (Finanzierungs-, Dienstleistungs- und Versicherungsfunktion) - Arten des Factorings - Übersicht, Kosten und Voraussetzungen - Praktischer Ablauf - Vor- und Nachteile des Factorings - Erfahrungen aus der Praxis - Weiterführende Literatur

11. Vorteile des

11. Vorteile des Factoring Gelegentlich verzichten der Factor respektive dessen Rechtsanwälte darauf, Vorschusszahlungen bei nicht angekauften Honoraren auf das Honorar zu fordern, die jeder andere Rechtsanwalt für die Beitreibung verlangen würde. Auch hier ergibt sich ein direkter Liquiditätsvorteil. Ein Großteil der Fragen von Debitoren zur Gebührenhöhe, zu Bemessungsgrundlagen usw. kann durch den Factor beantwortet werden und entlastet den Rechtsanwalt damit entsprechend. 11.9 Vermeidung von Honorardiskussionen Eine Erhebung durch den Autor im Kreise von Nutzern des Factoring ergab, dass Honorardiskussionen über Ansatz und Höhe durch Einschaltung eines Factoringunternehmens durchaus zurückgingen. 11.10 Individualität und Zusatz-Service Ein Anbieter bietet beispielsweise die Möglichkeit, die Fälligkeitszeitpunkte und Mahnläufe individuell pro Debitor zu bestimmen. Ein Aufwand, der sich lohnen kann und keine Verärgerung durch neue vom Factor vorgegebene Zahlungsbedingungen bei den Debitoren auslöst. Denn manche Debitoren sind verwöhnt und nutzen „den Rechtsanwalt als Bank“, indem sie seine Rechnungen erst nach Monaten begleichen. In diesen Fällen kann den Debitoren individuell eine längere Frist und damit der spätere Beginn von Mahnläufen eingeräumt werden. 11.11 Bilanzverkürzung Bilanzierende Rechtsanwälte haben den Vorteil der Bilanzverkürzung (EK-Quote steigt), der sich positiv auf das Ratingergebnis auswirkt. Die Bilanzverkürzung tritt aber nur beim echten Factoring ein, nicht beim unechten. Beispiel: Bilanz vor Factoring Bilanz nach Factoring Aktiva Passiva Aktiva Passiva AV 800 EK 300 AV 800 EK 300 UV FK UV FK Vorräte 200 RSt 200 Vorräte 200 RSt 200 Forderungen LL 600 Verbk. Langfristig 450 Forderungen LL 90 Verbk. Langfristig Kasse 10 Verbk. LL 660 Kasse 10 Verbk. LL 150 1.610 1.610 1.100 1.100 450 Annahmen: 85% der Forderungen werden an Factor verkauft 15% wurden entweder nicht angedient oder mangels Bonität vom Factor nicht erworben. Mit dem zugeflossenen Kapital aus Forderungsverkauf wurden nicht die langfristigen Verbk. sondern die Forderg LL unter Ziehung von Skonto beglichen EK-Quote = EK / GK 18,63% EK-Quote = EK / GK 27,27% Resultat: Das EK ist um 8,64% Punkte gestiegen Die Bonität/Kreditwürdigkeit gegenüber Kreditinstituten steigt. Gilgan | Wie Rechtsanwaltskanzleien Honorare sichern und liquide bleiben | Deutscher AnwaltVerlag 30

12. Nachteile des Factoring 11.12 Weitere Vorteile sind • Zinsersparnis von hohen Kontokorrentzinsen, • Wegfall von Forderungsausfällen, • Zeitersparnis/Nervenschonung für Kanzleiführer und Angestellte, • Konzentration auf das Kerngeschäft, • Verbesserung des Ratingergebnisses, • Wertsteigerung der Kanzlei durch transparente/gesicherte Zahlungsströme und nachweisbare Bonität der Debitoren, • Reduzierung der Außenstände sowie • Entspannung des Verhältnisses zum Debitoren und Rückgang der Einreden, da bei Zahlungsverzögerung der Factor mahnt (wenn gewünscht) und nicht die Kanzlei. 12. Nachteile des Factoring Natürlich bringt das Factoring nicht nur Vorteile, sondern auch Nachteile, die allerdings im Verhältnis zu den Vorteilen kaum ins Gewicht fallen. 12.1 Know-how geht durch Outsourcing verloren Ein in der Kanzlei betriebenes Forderungsmanagement hat ein gewisses Know-how in diesem Tätigkeitsbereich entstehen lassen. Bei einer Auslagerung wird dieses nicht mehr benötigt mit der Folge, dass es sich im Laufe der Zeit verflüchtigt und nicht mehr auf dem aktuellen Rechtsstand befindet. Wird das Forderungsmanagement zurückgeholt, muss dieses Know-how erneut aufgebaut werden. 12.2 Kosten Neben der Factoringgebühr entstehen üblicherweise weitere Kosten durch Bonitätsprüfungen der Debitoren, Zinsen für die Zwischenfinanzierung bis zur Begleichung der Rechnung durch den Debitor. Die Factoringgebühren liegen inklusive aller Kosten meist um die Skontogrenze von 3 %. Je größer der angediente Umsatz, umso geringer die Gebühren (darin enthalten sind die Factoringgebühr, Zinsen für die bevorschusste Forderung, Bonitätsprüfungsgebühren der Debitoren, Druck und Versand von Mahnungen, Prolongationsgebühren usw.). Auch Flatgebühren inklusive aller Kosten können vereinbart werden. Pauschalpreismodelle deckeln diese Kosten zwar nach oben, lassen jedoch weniger Spielraum für individuelle Fälligkeitsbestimmungen, Mahnläufe usw. Manche Anbieter verlangen, den gesamten Jahresumsatz anzudienen, also auch solche Debitoren, für die Abbuchungsaufträge bestehen und die somit keinerlei Bonitätsrisiko darstellen. Es werden auch gelegentlich Gebührenzahlungen nachgefordert, wenn der Mindestjahresbetrag nicht durch entsprechende Rechnungseinreichungen erreicht wurde. Es gibt auch Anbieter, die die Mindestgebühr in Bezug auf den Jahresumsatz erheben, gleichzeitig aber den Kauf von Forderungen gegenüber Privatpersonen ausschließen, was wiederum heißt, dass alle gewerblichen Forderungen angedient werden müssen. Unterm Strich dürfte sich das Factoring aus Kostengesichtspunkten durchaus lohnen (siehe Abschnitt B.4.9). Denn von den Kosten des Factoring sind die eingesparten Personalkosten für das bisherige Forderungsmanagement in Eigenregie, die jährlichen Forderungsverluste in % vom Umsatz und die gewährten Skonti in Abzug zu bringen. Hinzuzurechnen ist die erhöhte Wertschöpfung (siehe Abschnitt B.11.6). Gilgan | Wie Rechtsanwaltskanzleien Honorare sichern und liquide bleiben | Deutscher AnwaltVerlag 31

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