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MkG-Infobrief Ausgabe 3/2017

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Die neue Ausgabe des MkG-Infobriefs ist da: Erfahrene Praktiker geben neue und wichtige Tipps für junge Juristen. In dieser Ausgabe lesen Sie: ► Sabine Jungbauer: beA-Serie Teil 3 – Haftungsfallen ► Raik Brete: Beratung in der Krise ► Dr. Astrid Auer-Reinsdorff: Datenschutzgrundverordnung – Countdown zum 25. Mai 2018 ► Norbert Schneider: Fiktive Terminsgebühr im einstweiligen Verfügungs- und Anordnungsverfahren ► Petra Geißinger: Serie „Menschen mit Behinderung im Arbeitsleben“ Teil1: SGB IX in der anwaltlichen Beratungspraxis“ ► Markus Hegelein: Erfahrungsbericht – Wie ist es, heute als Migrationsanwalt zu arbeiten? ► Dr. Dominik Herzog: Kolumne – „Aus dem Leben eines Jungjuristen“: Möbel, Müsli und Mandate – alles online oder was? ► Gratis-Formular: Musterformular Kündigung und Räumungsklage (Vermieter) ► Umfrage: Sehen Sie Legal Tech als eine Chance oder eine Bedrohung? Stimmen Sie ab! Besuchen Sie uns jetzt auch auf Facebook! Diese und weitere Themen finden Sie auf der Homepage des MkG-Infobriefs www.mkg-online.de.

Erfahrungsbericht Werden

Erfahrungsbericht Werden Sie Fachanwältin/Fachanwalt für Migrationsrecht! Orte und Termine 4. Fachanwaltslehrgang in Berlin 1. Baustein: 08.09. – 10.09.2017 2. Baustein: 22.09. – 24.09.2017 3. Baustein: 06.10. – 08.10.2017 4. Baustein: 03.11. – 05.11.2017 5. Baustein: 17.11. – 19.11.2017 6. Baustein: 01.12. – 03.12.2017 5. Fachanwaltslehrgang in Dortmund 1. Baustein: 14.09. – 16.09.2018 2. Baustein: 28.09. – 30.09.2018 3. Baustein: 12.10. – 14.10.2018 4. Baustein: 09.11. – 11.11.2018 5. Baustein: 23.11. – 25.11.2018 6. Baustein: 07.12. – 09.12.2018 Gebühr 1.795,- EUR Rechtsanwälte bis 3 Jahre nach Zulassung/Assessoren bis 3 Jahre nach 2. Examen/Referendare 1.950,- EUR Mitglieder Anwaltverein 2.150,- EUR Nichtmitglieder 220,- EUR alle Klausuren keine USt. (inkl. Arbeitsunterlagen und Pausenerfrischungen) Ratenzahlung ist möglich; zugelassen zur Förderung mit Bildungsgutschein Frühbucherrabatt: Wenn Sie bis zum 31.10.2017 den am 14.09.2018 in Dortmund beginnenden Fachanwaltslehrgang buchen, erhalten Sie 15 % Rabatt auf die Lehrgangsgebühr (exkl. Klausuren). Einen Überblick über alle Fachanwaltslehrgänge sowie ausführliche Informationen finden Sie unter www.anwaltakademie.de. Wie ist es, heute als Migrationsanwalt zu arbeiten? Montagmorgen, 9.00 Uhr. Auf dem Weg ins Büro kommen mir schon im Foyer des Gebäudes mehrere Personen am Aufzug entgegen und wedeln mit einem gelben Umschlag. Einen Termin haben sie nicht. Wir fahren zusammen hoch ins Büro und ich werfe einen Blick auf die Unterlagen. Es handelt sich um den Ablehnungsbescheid einer afghanischen Großfamilie, die nun nicht mehr viel Zeit hat, gegen diesen Bescheid vorzugehen. Heute haben die Familie und ich Glück, wenn man in solchen Fällen überhaupt von Glück sprechen kann: Es handelt sich um einen einfachen Ablehnungsbescheid, was bedeutet, dass wir zwei Wochen Zeit für die Klage haben und nicht nur eine. Außerdem hat die Klage auch aufschiebende Wirkung, was das Verfahren erheblich vereinfacht und der Familie erst mal ihren Verbleib in Deutschland sichert, bis über die Klage entschieden wurde. Die Klagebegründung muss innerhalb eines Monats eingehen, allerdings kann hier noch später eine Begründung nachgereicht werden. Alles in allem also erst mal eine schnell erledigte Arbeit. Dies bedeutet aber nicht, dass es nicht in Zukunft noch arbeitsintensiv werden kann. Insbesondere die Aufarbeitung der Fluchtgeschichte ist zeitaufwändig. Auch die weitere Betreuung der Familie wird Zeit in Anspruch nehmen. Es werden Fragen aufkommen wie: Welche möglichen Entscheidungen gibt es? Haben wir überhaupt Chancen? Wie lange dauert das alles? Insbesondere diese letzte Frage wird immer wieder gestellt und stellt die Mandanten – aber auch mich als Rechtsanwalt – auf eine harte Probe, da ich hierauf nicht viel erwidern kann. Die Verfahren beim Verwaltungsgericht dauern derzeit durchschnittlich ein Jahr. Erst dann kommt es zur mündlichen Verhandlung und danach zur Entscheidung. Dies bedeutet zumindest in dem dargestellten Fall zwar auch, dass die Familie sicher ist und ihr bis zum Ende des Verfahrens aufgrund der aufschiebenden Wirkung der Klage nichts passieren kann, allerdings zerrt die Gesamtsituation sehr an den Nerven. Es werden also immer wieder Anrufe und Nachfragen folgen, was es denn Neues gebe, und dies ist bei der Menge der Verfahren auch für den Anwalt durchaus eine Herausforderung. Der oben geschilderte Fall stellt derzeit im Alltag eines Rechtsanwaltes für Migrationsrecht keine Seltenheit, sondern eher die Regel dar. Es kommen immer wieder Leute ohne Termin und möchten vertreten werden. Selbstverständlich zusätzlich zu denen, die mit Termin kommen, telefonisch oder per E-Mail nachfragen. Kurz gesagt: Es gibt eine große Nachfrage! Dies bedeutet, dass man als Rechtsanwalt entscheiden muss, ob man alle Fälle annimmt oder ob man selektiert bzw. eventuell sogar einen Annahmestopp ausruft. Dies tun derzeit sehr viele Migrationsrechtsanwälte, da die Masse an Fällen sonst einfach nicht zu bewältigen ist. Das bedeutet aber auch, dass es für die Hilfesuchenden immer schwerer wird, einen spezialisierten Anwalt zu finden. Das größte Problem hierbei sind die Fristen. Diese sind, wie oben schon kurz angedeutet, extrem kurz, ja, so kurz wie in keinem anderen Rechtsgebiet. In den normalen Fällen beträgt die Klagefrist noch zwei Wochen. In anderen Fällen (z.B. Dublin-III-Verordnung oder offensichtliche Unbegründetheit) beträgt die Frist aber nur eine Woche. Zusätzlich haben diese Klagen keine aufschiebende Wirkung, das heißt, es muss auch noch ein Eilantrag gestellt werden. Da dieser vom Gericht meist umgehend oder zumindest in einigen Wochen entschieden wird, ist hier auch mehr oder weniger sofort eine Begründung nötig. Dies führt natürlich zu weiterem Stress. DeutscheAnwaltAkademie GmbH Littenstraße 11 · 10179 Berlin Fon 030 726153-0 · Fax 030 726153-111 daa@anwaltakademie.de · www.anwaltakademie.de 12 Infobrief Spezial MkG • Mit kollegialen Grüßen 03 | JUNI 2017

Erfahrungsbericht Hinzu kommt, dass die Materie extrem komplex und somit auch sehr zeitaufwändig ist und viel Recherche betrieben werden muss. Alles in allem ist die Situation somit sehr angespannt: Als Anwalt steht man ständig unter Druck – sowohl seitens der Mandanten, die Fortschritte sehen möchten, als auch seitens der Gerichte und Behörden. Der Zeitdruck ist immens. Es hilft somit nur eine gute Organisation und ein dickes Fell. Die Arbeitstage sind nicht selten zwölf Stunden oder noch länger. Ich habe festgestellt, dass Abschalten nach einem solchen Tag sehr wichtig ist. Daher treibe ich regelmäßig Sport und treffe auch Freunde, um auf andere Gedanken zu kommen. Nur so hat man als Anwalt in diesem Rechtsgebiet auch am nächsten Tag wieder die Kraft, den Mandanten hilfreich zur Seite zu stehen. Marcus Hegelein ist Rechtsanwalt. Er ist tätig im Migrationsrecht, Sozialrecht und Arbeitsrecht und seit 2006 selbständig als Partner in der Kanzlei ABHR Rechtsanwälte Partnerschaft. Zudem ist er Mitglied der Deutsch- Spanischen Juristenvereinigung. Mit kollegialen Grüßen Markus Hegelein Besuchen Sie uns auch auf Facebook MkG-online.de Rationalisieren und Sparen durch PC-Netzwerk-Virtualisierung: vKanzlei-EDV Das Baukastensystem für jede Kanzleigröße • Systemunabhängiger Remote-Zugriff auf RA-MICRO • Höchste Datensicherheit • Günstige virtuelle PCs statt teurer Hardware Jetzt informieren 0800 726 42 76 Infobrief Spezial MkG • Mit kollegialen Grüßen 03 | JUNI 2017 www.ra-micro.de/v 13 V i rtuel l e Kanzl e i-E D V

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