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MkG-Infobrief Ausgabe 3/2017

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Die neue Ausgabe des MkG-Infobriefs ist da: Erfahrene Praktiker geben neue und wichtige Tipps für junge Juristen. In dieser Ausgabe lesen Sie: ► Sabine Jungbauer: beA-Serie Teil 3 – Haftungsfallen ► Raik Brete: Beratung in der Krise ► Dr. Astrid Auer-Reinsdorff: Datenschutzgrundverordnung – Countdown zum 25. Mai 2018 ► Norbert Schneider: Fiktive Terminsgebühr im einstweiligen Verfügungs- und Anordnungsverfahren ► Petra Geißinger: Serie „Menschen mit Behinderung im Arbeitsleben“ Teil1: SGB IX in der anwaltlichen Beratungspraxis“ ► Markus Hegelein: Erfahrungsbericht – Wie ist es, heute als Migrationsanwalt zu arbeiten? ► Dr. Dominik Herzog: Kolumne – „Aus dem Leben eines Jungjuristen“: Möbel, Müsli und Mandate – alles online oder was? ► Gratis-Formular: Musterformular Kündigung und Räumungsklage (Vermieter) ► Umfrage: Sehen Sie Legal Tech als eine Chance oder eine Bedrohung? Stimmen Sie ab! Besuchen Sie uns jetzt auch auf Facebook! Diese und weitere Themen finden Sie auf der Homepage des MkG-Infobriefs www.mkg-online.de.

Kolumne Aus dem Leben

Kolumne Aus dem Leben eines Jungjuristen Möbel, Müsli und Mandate – alles online oder was? Wenn es in der Anwaltswelt gerade ein „Buzzword“ gibt, dann ist es „Legal Tech“. Wobei, Reizwort trifft es bei vielen Kollegen wohl eher. Legal Tech – Fluch oder Segen? Ich war vor kurzem zu einer Marketingveranstaltung eines großen deutschen Verlagshauses und Anbieters juristischer Literatur eingeladen. Thema der Veranstaltung einmal mehr: Legal Tech. „In Zeiten der Digitalisierung, der Disruption und des Darknets habe ich den Eindruck, dass Erfahrung momentan wenig weiterhilft.” Recht offensichtlich war ich im gut gefüllten Saal einer der jüngsten. Nicht, dass ich mich mit meinen knapp Mitte dreißig als Digital Native bezeichnen würde, aber immerhin schreibe ich E-Mails, seit ich 14 bin. Das Tuten der Telefonleitung, das sich mit dem Rauschen abwechselte, wenn sich Mitte der Neunziger mein T-Online-Anschluss um eine Verbindung in das World Wide Web bemühte, klingt bis heute in meinem Kopf nach. Das Alter der Kollegen, die mit mir an der Veranstaltung teilnahmen, dürfte im Schnitt bei um die, vielleicht auch eher über, 50 gelegen haben. Nicht dass das in irgendeiner Weise despektierlich klingen soll. Im Gegenteil! Manchmal wünschte ich, ich hätte schon die Berufserfahrung eines 15 Jahre älteren Kollegen und würde mich von unverschämten Gegenanwälten, verbohrten Richtern und unverständlichen Zwangsvollstreckungsrechtsmitteln nicht so leicht aus der Ruhe bringen lassen. Aber in Zeiten der Digitalisierung, der Disruption und des Darknets habe ich den Eindruck, dass die Erfahrung der Kollegen momentan wenig weiterhilft. Denn ob nun 15, 25 oder 35 Jahre Berufserfahrung – eines fiel mir während der Veranstaltung wie Schuppen von den Augen. Es herrschte in den Augen des Publikums augenscheinlich vor allem eines: Angst. Angst vor der Technik. Angst vor der Transparenz. Angst vor dem Preissturz. „Die Prüfung eines Arbeitsvertrags kostet bei mir 1.500 EUR. Im Internet hat ein Kollege die Leistung für 150 EUR angeboten und den Zuschlag bekommen“, stöhnt einer der Kollegen mit hochgezogenen Augenbrauen, die nur eines sagen: Wie kann sowas sein? Ein Raunen geht durch das Publikum. Eine andere Kollegin weiß, dass die Pauschalangebote eines großen Online-Marktplatzes für Rechtsberatungsdienstleistungen „illegal“ sind, weil sie „gegen das RVG verstoßen“. „Stimmt nicht“, raunt mir mein Nachbar zu. Unsicherheit, Ungewissheit, Unverständnis sind in den Gesichtern der Kolleginnen und Stirnfalten der Kollegen unzweifelhaft abzulesen. 14 Infobrief Spezial MkG • Mit kollegialen Grüßen 03 | JUNI 2017

Kolumne „Hat schon mal irgendjemand ein Unternehmensmandat über das Internet akquiriert, bei dem a bissle was rumkommt?“ Der Kollege mit schwäbischem Akzent schaut in die Runde. Stille. Vorwurfsvoller Blick, der sagt: Seht ihr, das Internet macht alles kaputt. Auf dem Nachhauseweg habe ich mich kurze Zeit so gefühlt, wie sich wohl all die Buchhändler fühlen mussten, als es in diesem Internet plötzlich eine Webseite gab, auf der man Bücher online bestellen kann. Wer soll denn bitte sowas machen? Bücher! Und zukünftig soll das auch für Schuhe, Möbel, Müsli gelten? Lächerlich! Nicht Fluch, nicht Segen, sondern ... An diesem Abend wurde mir klar, warum Legal Tech zum Reizwort geworden ist. Wenn man 25 Berufsjahre gut ohne Internet klargekommen ist, dann braucht man es im 26. Jahr auch nicht. Aber: Muss alles Neue schlecht sein? Unzählige Branchen wurden durch die Digitalisierung schon auf den Kopf gestellt – kann sich die Anwaltszunft wirklich dagegen wehren? Will sie auch 2020 noch ernsthaft Faxe verschicken? Vor diesem Abend, an dem ich in so viele ängstliche Augen geschaut habe, habe ich mir nie bewusst Sorgen um meine Zukunft als Anwalt und meinen Beruf in Zeiten der digitalen Transformation gemacht. Vielleicht, weil ich eben keine 25 Jahre Offline-Berufserfahrung habe. Ist das jetzt naiv? Vielleicht. Eines bleibt aber auch nach diesem Abend für mich klar: ob jung oder alt, berufserfahren oder nicht, ob Mietrecht, Arbeitsrecht oder Wirtschaftsrecht: Digitalisierung und Legal Tech sind eine Chance für alle Kollegen. Eine Chance, sich zu spezialisieren und dabei bundesweit (!) Mandanten zu akquirieren. Eine Chance, skalierbare Dienstleistungen anzubieten. Eine Chance, auch ohne Büro in bester Offline-Lage erstklassige Leistung zu erstklassigen Preisen anzubieten. Es gibt nicht mehr nur das Kanzleischild an der Tür. Die neuen Zauberworte lauten SEO, SEM, YouTube und Weblog. Wir können uns wundern, bremsen, innehalten. Und uns fragen, ob Anwälte das Internet wirklich brauchen. Die Welt dreht sich schnell. Ich finde, wir sollten uns mitdrehen, und zwar wir alle. Dr. Dominik Herzog ist Rechtsanwalt und Kabarettist. Mit seinem Bühnenprogramm „Wer hat Recht“ tritt er auf Kabarettbühnen in Deutschland, Österreich und der Schweiz auf. Er ist regelmäßig als Rechtsexperte im TV zu sehen und betreibt einen der erfolgreichsten YouTube-Blogs für Jurastudenten. www.dominik-herzog.com Umfrage: Ist Legal Tech eine Chance oder Bedrohung? Stimmen Sie jetzt ab! Mit kollegialen Grüßen Dr. Dominik Herzog Mit einem Kanzleiprofil auf anwalt-suchservice.de beweisen Sie ein exzellentes Näschen auf der Suche nach neuen Mandanten! Jetzt 25 % Rabatt sichern! Ihr Gutschein-Code*: 201703MkG Infobrief Spezial MkG • Mit kollegialen Grüßen 03 | JUNI 2017 15 *gilt bei Anmeldung bis 30.06.2017. Ausführliche Infos unter www.anwalt-suchservice.de oder 0221-937 38 630

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