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Wie Steuerberatungskanzleien Honorare sichern und liquide bleiben

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Wie Steuerberatungskanzleien Honorare sichern und liquide bleiben Leitfaden Verrechnungsstellen: Rechtliches, Arten, Ablauf, Kosten Von Hans-Günther Gilgan Kaum ein Steuerberater ist nicht von teilweisen oder totalen Forderungsausfällen betroffen. Mehrmonatige Außenstände sind keine Seltenheit. Häufig kämpfen dann die Steuerberatungskanzleien selbst mit Liquiditätsproblemen. Damit dies nicht so weit kommt, sollten Steuerberater frühzeitig ein effektives Forderungsmanagement entwickeln. Eine Möglichkeit, die seit 2008 auch Steuerberatern zugänglich ist, ist die Beauftragung einer Verrechnungsstelle. Viele Steuerberater scheuen dieses Forderungsmanagement durch Factoring aufgrund von Vorurteilen und fehlenden Kenntnissen in der Praxis. Die kostenlose eBroschüre aus dem NWB-Verlag durchleuchtet auf 20 Seiten knapp und verständlich alle Aspekte des Themas und zeigt auf, wie Factoring für Steuerberater funktionieren kann. So erhalten Sie eine umfangreiche Informationsgrundlage zum Factoring für Steuerberater. Aus dem Inhalt: - Gründe für Forderungsausfälle - Finanzierungsmöglichkeiten für Steuerberater - Rechtliche Aspekte des Factorings - Funktionen des Factorings (Finanzierungs-, Dienstleistungs- und Versicherungsfunktion) - Arten des Factorings - Übersicht, Kosten und Voraussetzungen - Praktischer Ablauf - Vor- und Nachteile des Factorings - Erfahrungen von Steuerberatern - Weiterführende Literatur

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1. Rechtliche Einordnung 1. Rechtliche Einordnung 1.1 Legaldefinition Factoring ist eine Finanzdienstleistung, unter der man nach der Legaldefinition des § 1 Abs. 1a Satz 2 Nr. 9 KWG den laufenden Ankauf von Forderungen auf der Grundlage von Rahmenverträgen mit oder ohne Rückgriff versteht. Es handelt sich also um eine dauerhafte Geschäftsbeziehung zwischen einem Unternehmer und einem Factor über den ständigen Ankauf von Forderungen des Unternehmers gegen Dritte, die durch rechtsgeschäftliche Abtretung an den Factor übertragen werden, um direkt Zahlungseingänge auch bei erst späterer Forderungsfälligkeit zu realisieren und – im Rahmen des echten Factoring – das Ausfallrisiko samt dessen Überwachung auf den Factor abzuwälzen. 4 Kurz gesagt: Factoring ist die Außenfinanzierung durch Forderungsverkauf. Das Factoring als ein Instrument der kurzfristigen Finanzierung eröffnet der Kanzlei die Möglichkeit, Forderungen aus ihren Dienstleistungen an einen Factor zu verkaufen. So kommt die Kanzlei nicht nur schnell an ihr Geld, auf diese Weise lässt sich auch die Abhängigkeit von der Hausbank erheblich reduzieren. 1.2 Zivilrechtliche Grundlagen Das Factoring als solches ist gesetzlich nicht geregelt. Zivilrechtlich anerkannt wurde es erstmals 1978 vom BGH, 5 ist also ein vergleichsweise junges Rechtsinstrument, ähnlich wie das Leasing. Der BGH definiert das Factoring als einen verkehrstypischen Vertrag mit Elementen des Rechtskaufs nach § 453 BGB und der Veritätshaftung (= Haftung des Verkäufers für den Fall, dass die verkaufte Forderung nicht besteht, nicht abtretbar ist oder einem Dritten zusteht). Vom Grundgedanken her handelt es sich beim Factoring um einen Kaufvertrag im Sinne des § 433 BGB. Kaufgegenstand sind dementsprechend die Forderungen der Kanzlei an deren Debitoren. Der Kaufvertrag wird seitens der Kanzlei durch Forderungsabtretungen gem. §§ 398 ff. BGB erfüllt. Die Kanzlei haftet als Verkäufer der Forderung dem Factor gegenüber für den rechtlichen Bestand der Forderung, also dafür, dass die verkaufte Forderung auch tatsächlich besteht. Für den Kauf von Rechten und sonstigen Gegenständen finden nach § 453 Abs. 1 BGB die Vorschriften über den Sachkauf entsprechende Anwendung. Für Mängel von Rechten wird jedoch nur hinsichtlich deren Bestand („Verität“) gehaftet, nicht auch für die sog. „Bonität“. Beispiel: Der Steuerberater tritt eine Forderung an den Factor ab. Ein Mangel im Sinne von § 434 Abs. 1 Satz 2 Nr. 2 BGB läge z.B. dann vor, wenn die Forderung selbst wertlos ist, also überhaupt nicht existiert (Bestandshaftung: „Verität“), nicht aber, wenn der Schuldner, also der Debitor des Steuerberaters, diese nicht begleichen kann („Bonität“). 1.3 Berufsrechtliche Grundlagen Soweit Steuerberater das Factoring nutzen wollen, ist § 64 Abs. 2 StBerG zu beachten. 1.3.1 Abtretung grundsätzlich zustimmungspflichtig Abtretungen oder Übertragungen sind danach grundsätzlich nur zulässig, wenn eine ausdrückliche, schriftliche Einwilligung des Debitoren vorliegt oder die Forderung rechtskräftig festgestellt ist. Vor der Einwilligung ist der Debitor über die Informationspflicht des Steuerberaters gegenüber dem neuen Gläubiger oder Einziehungsermächtigten aufzuklären. Der neue Gläubiger oder Einziehungsermächtigte ist in gleicher Weise zur Verschwiegenheit verpflichtet wie der beauftragte Steuerberater. Obwohl also die Abtretung von Gebührenforderungen an Dritte (z.B. Nichtberufsträger, Banken) gesetzlich verboten ist, scheint es immer noch gängige Praxis zu sein, dass sich Banken Honorarforderungen von Freiberuflern zur Sicherung von ausgereichten Krediten sicherheitshalber abtreten lassen. Solche Abtretungen sind nicht nur 4 Walter, Factoring als alternatives Finanzierungsinstrument für den Mittelstand, 1. Auflage 2010, S. 3. 5 BGH, Urt. v. 7. 6. 1978 – VIII ZR 80/77, NJW 1978, 1972. Gilgan | Wie Steuerberatungskanzleien Honorare sichern und liquide bleiben | NWB Verlag 13

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