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Wie Steuerberatungskanzleien Honorare sichern und liquide bleiben

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Wie Steuerberatungskanzleien Honorare sichern und liquide bleiben Leitfaden Verrechnungsstellen: Rechtliches, Arten, Ablauf, Kosten Von Hans-Günther Gilgan Kaum ein Steuerberater ist nicht von teilweisen oder totalen Forderungsausfällen betroffen. Mehrmonatige Außenstände sind keine Seltenheit. Häufig kämpfen dann die Steuerberatungskanzleien selbst mit Liquiditätsproblemen. Damit dies nicht so weit kommt, sollten Steuerberater frühzeitig ein effektives Forderungsmanagement entwickeln. Eine Möglichkeit, die seit 2008 auch Steuerberatern zugänglich ist, ist die Beauftragung einer Verrechnungsstelle. Viele Steuerberater scheuen dieses Forderungsmanagement durch Factoring aufgrund von Vorurteilen und fehlenden Kenntnissen in der Praxis. Die kostenlose eBroschüre aus dem NWB-Verlag durchleuchtet auf 20 Seiten knapp und verständlich alle Aspekte des Themas und zeigt auf, wie Factoring für Steuerberater funktionieren kann. So erhalten Sie eine umfangreiche Informationsgrundlage zum Factoring für Steuerberater. Aus dem Inhalt: - Gründe für Forderungsausfälle - Finanzierungsmöglichkeiten für Steuerberater - Rechtliche Aspekte des Factorings - Funktionen des Factorings (Finanzierungs-, Dienstleistungs- und Versicherungsfunktion) - Arten des Factorings - Übersicht, Kosten und Voraussetzungen - Praktischer Ablauf - Vor- und Nachteile des Factorings - Erfahrungen von Steuerberatern - Weiterführende Literatur

2. Gründe für

2. Gründe für Forderungsausfälle 2.1 Zahlungsmoral der Debitoren Allein im ersten Halbjahr 2016 erhöhte sich der Zahlungsverzug gegenüber dem 2. Halbjahr 2015 in Deutschland von durchschnittlich 9,96 auf 10,45 Tage (+0,49 Tage). „Dabei zeigten allerdings gerade Wirtschaftsbereiche mit einer bislang vergleichsweise pünktlichen Zahlungsweise deutlichere Verschlechterungen“. 1 Die Gesamtforderungslaufzeit, d.h. Zahlungsziel zzgl. Zahlungsverzögerungen, lag in Deutschland im 1. Halbjahr 2016 bei durchschnittlich rund 42 Tagen. Im 6-Monatszeitraum zuvor lag diese noch bei 41 Tagen. Zu unterscheiden sind die zahlungswilligen, aber zahlungsunfähigen Debitoren von den zahlungsfähigen, aber zahlungsunwilligen Debitoren. Die zahlungsunwilligen Debitoren verdienen eine grundlegend andere Behandlung als die zahlungswilligen. Die Zahlungsunwilligen verdienen keine Nachsicht, sondern konsequente Forderungsdurchsetzung und notfalls sogar die Kündigung. Sie zeigen durch ihr Verhalten, dass sie glauben, den Steuerberater deutlich nachrangig befriedigen zu können, ohne dafür einen triftigen Grund in Anspruch nehmen zu können – außer dem, einfach jetzt nicht zahlen zu wollen. Den Zahlungswilligen dagegen darf die Kanzlei durchaus mit Ratenzahlungsvereinbarungen, Stundungen und Nachlässen oder sogar durch Erlass von Teilen des Honorars entgegenkommen. Solche Debitoren haben auch keine Probleme, dem Steuerberater ein Anerkenntnis oder eine Ratenzahlungsvereinbarung zu unterschreiben. Wird dies jedoch verweigert, ist äußerste Vorsicht geboten. Das sind deutliche Anzeichen, die auf einen zahlungsunwilligen Debitoren hindeuten. 2.2 Wirtschaftliche Lage der Debitoren Steuerberater bedienen schwerpunktmäßig kleine und mittlere Unternehmen (KMU), gefolgt von Antragsveranlagungen und Beratung von Freiberuflern. Das Zahlungsverhalten der KMU erklärt sich wiederum aus dem Zahlungsverhalten von deren Kunden. Zahlen also die Kunden der Debitoren schlecht, schlägt das auf das Zahlungsverhalten der Debitoren der Kanzlei direkt durch. Nach der Creditreform-Studie „Wirtschaftslage und Finanzierung im Mittelstand – Herbst 2013“ ergeben sich in den Hauptwirtschaftszweigen folgende Forderungslaufzeiten: 2 bis 30 Tage bis 60 Tage bis 90 Tage über 90 Tage Verarbeitendes Gewerbe 80,1 % 15,8 % 3,3 % 0,7 % Bau 87,5 % 8,3 % 3,8 % 0,3 % Handel 84,6 % 13,0 % 1,5 % 0,9 % Dienstleistungen 82,3 % 11,8 % 4,0 % 1,8 % Durchschnitt 83,62 % 12,22 % 3,15 % 0,9 % Diese Werte spiegeln sich auch im steuerberatenden Beruf wider, der ein bis zwei Monatsumsätze, z.T. sogar drei Monatsumsätze Außenstände hat. Bei den Forderungsverlusten ergibt sich folgendes Bild: Forderungsverlust in % vom Umsatz bis 0,1 bis 0,5 bis 1,0 über 1,0 Kein Verlust % der Befragten 35,0 18,1 12,8 10,0 22,0 2.3 Zu späte Rechnungsstellung durch Steuerberater Aber auch die Steuerberater selbst sind mitverantwortlich für ihre Forderungsverluste: Rechnungen werden vielfach (zu) spät geschrieben und/oder nicht konsequent durchgesetzt. Das Forderungsmanagement kommt nicht selten deutlich zu kurz. 1 Creditreform, Zahlungsindikator Deutschland, Sommer 2016, S. 1. 2 Creditreform, Wirtschaftslage und Finanzierung im Mittelstand – Herbst 2013, S. 27, abrufbar unter http://www.creditreform.de/fileadmin/user_ upload/crefo/download_de/news_termine/wirtschaftsforschung/wirtschaftslage-mittelstand/analyse_MIT-herbst-2013.pdf. Gilgan | Wie Steuerberatungskanzleien Honorare sichern und liquide bleiben | NWB Verlag 8

3. Kompensationsaufwand für Forderungsverluste Allgemein gilt: Mit zunehmendem Alter der Forderung sinken die Erfolgsaussichten der Beitreibung. 3 Hierzu das nachfolgend dargestellte Ergebnis einer empirischen Erhebung: Forderung fällig seit Beitreibungswahrscheinlichkeit 2 Monaten 90 % 3 Monaten 73 % 6 Monaten 57 % 12 Monaten 25 % (Quelle: DWA Wirtschaftsauskunft: Online Wirtschaftsauskünfte & Bonitätsprüfung) Steuerberater sollten sich nicht übermäßig vertrösten lassen, denn • die finanzielle Situation von Schuldnern verbessert sich durch Abwarten in der Regel nicht; • evtl. noch vorhandene finanzielle Mittel werden zur Befriedigung von Gläubigern verwendet, die am hartnäckigsten auf dem Ausgleich ihrer Forderungen bestehen. Empfehlung: Zahlt der Debitor das Honorar nicht fristgerecht, sollte er umgehend darauf angesprochen und mit ihm geklärt werden, welche Gründe dafür maßgeblich sind. Handelt es sich um einen zahlungsfähigen, jedoch zahlungsunwilligen Debitoren, ist für ein nachsichtiges Handeln kein Raum; die Forderung sollte konsequent beigetrieben werden. Handelt es sich um einen derzeit nicht liquiden Debitoren, sollte er bereit sein, z.B. ein Schuldanerkenntnis zu unterschreiben oder eine Ratenzahlung zu vereinbaren. Tut er dies nicht, ist dies ein starkes Indiz für seine Zahlungsunwilligkeit, der mit der konsequenten Forderungsbeitreibung begegnet werden sollte. Es macht wirtschaftlich schlicht keinen Sinn, ohne Entgelt zu arbeiten und sich zusätzlich noch der Haftungsgefahr auszusetzen. 3. Kompensationsaufwand für Forderungsverluste Um Forderungsausfälle zu kompensieren, muss ein Mehrumsatz erzielt werden. Beispiel: Umsatzerlöse: 150.000,00 € 250.000,00 € 300.000,00 € Angestrebter Gewinn: 80.000,00 € 80.000,00 € 80.000,00 € Forderungsausfall: 1.500,00 € 2.500,00 € 3.000,00 € Ihr Ergebnis: Angestrebte Umsatzrendite (angestr. Gewinn/ Umsatzerlöse): 53,33% 32,00% 26,67% Gewinn nach Forderungsausfall: 70.000,00 € 70.000,00 € 70.000,00 € Erforderlicher Mehrumsatz zum Ausgleich (angestr. Umsatzrendite/ Forderungsausfall): 2.812,50 € 7.812,50 € 11.248,59 € 3 Siehe http://www.dwa-wirtschaftsauskunft.de/bonitaetsauskuenfte/forderungsverluste.htm. Gilgan | Wie Steuerberatungskanzleien Honorare sichern und liquide bleiben | NWB Verlag 9

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