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Fachinfo-Magazin HSB 01/2020

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Wieder keine „taggenaue“ Berechnung des Schmerzensgeldes Ausgabe 01/2020 des kostenlosen Fachinfo-Magazins HSB – Hohe Schmerzensgeldbeträge erschienen

BEHANDLUNGSFEHLER

BEHANDLUNGSFEHLER verzögerung bei Lungenkrebs, an dem die Patientin zwei Jahre und sieben Monate nach der Operation verstarb, ein Schmerzensgeld in Höhe von 25.000 € zuerkannt, wobei dort Beeinträchtigungen, wie sie der Kläger durch den Blutverlust unter der Operation erlitten hat, nicht beschrieben sind. Nicht übersehen werden kann zudem, dass der Kläger nach der Entfernung des rechten Beins und des halben Beckens überwiegend bettlägerig war. Den Pflegegutachten ist zu entnehmen, dass eine Mobilisierung in einen Rollstuhl nur sehr begrenzt gelungen ist. Das Oberlandesgericht Braunschweig (Urteil vom 30.11.2010 – 1 U 37/10, Hacks/Wellner/Häcker, Schmerzensgeldbeträge 2019, lfd. Nr. 37.2417) hat bei einer verspätet erkannten Darmkrebserkrankung, die mehrere Operationen und Chemotherapien über einen Zeitraum von fünf Jahren zur Folge hatte, bevor die Patientin verstarb, ein Schmerzensgeld von indexiert 110.208 € zugesprochen, wobei hier berücksichtigt wurde, dass auch ein Kinderwunsch nicht mehr zu realisieren war. Der Zeitraum, in dem die dort Verletzte den verursachten gesundheitlichen Beeinträchtigungen ausgesetzt war, war deutlich länger als im vorliegenden Fall. Für das nicht rechtzeitige Erkennen eines Magenkarzinoms, was zwei Jahre später zum Tode führte, hat das Oberlandesgericht Hamm (Urteil vom 24.02.1999 – 3 U 73/98, Hacks/ Wellner/Häcker, Schmerzensgeldbeträge 2019, lfd. Nr. 37.2360) ein Schmerzensgeld von indexiert 66.190 € zuerkannt. Das Oberlandesgericht Hamm hatte bei der Bemessung des Schmerzensgeldes berücksichtigt, dass sowohl die Operation als auch die in dem Fall notwendige Chemotherapie im gleichen Umfang erforderlich gewesen wären, wie bei einer sofortigen Erkennung des Tumors. Schmerzensgeld in Höhe von 60.000 € gerechtfertigt Berücksichtigt man im vorliegenden Fall, dass nach den Ausführungen des Sachverständigen mit hoher Wahrscheinlichkeit bei einer frühzeitigen Entfernung des Tumors nur ein kleiner Anteil des Beckenknochens vollständig zu beseitigen gewesen wäre und der Kläger ein weitgehend normales Leben hätte führen können, wobei auch das Risiko von starken Blutungen bei der Operation geringer gewesen wäre, erscheint die Bemessung des Landgerichtes mit 60.000 € nicht überzogen. Jetzt neu: hsb-online.de Besuchen Sie auch die neue Website mit vielen weiteren Fällen: www.hsb-online.de 12 // FACHINFO-MAGAZIN HSB 01/2020

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